Leben am Gefrierpunkt (5.5.2017) 2


Wir bewegen uns weiterhin in den wüstenähnlichen Anden und gerne auch in Höhen über 3.500m, wo wir dann auch übernachten. Da wir immer strahlend blauen Himmel haben, wird es tagsüber in der Sonne auch jetzt im Herbst noch recht warm.

Nachts aber wird es empfindlich kalt und das Thermometer zeigt morgens um kurz nach acht Uhr auch schon mal gerne minus acht Grad (-8!) an. Wie kalt es tief in der Nacht wirklich ist, können wir nicht sagen.

Was wir aber morgens sehen, ist eine dicke Eisschicht innen auf den Fensterscheiben und den Rahmen:

Das Wasser in den Bechern im Fahrzeug friert auch schon mal ein, aber die ersten Sonnenstrahlen geben dann wieder genug Wärme, um alles aufzutauen.
Dem allen könnte man ja mit einer Heizung entgegenwirken. Leider ist mir da aber ein kleines Missgeschick in der Vorbereitung passiert: Unser Auto hat zwar eine wunderbare Standheizung – bei uns ist es ein Gerät der Firma Eberspächer – aber wir können sie nicht benutzen.

Warum? Weil der Betrieb regulär nur bis zu einer Höhe von 1.500m zulässig ist (bei anderen Herstellern ist es ähnlich). In der Höhenluft darüber stimmt das Mischungsverhältnis zwischen Sauerstoff und Diesel nicht mehr und die Brennkammer der Heizung setzt sich zu, bis die Heizung dann komplett ausfällt. Also keine Heizung für uns in großen Höhen! In Patagonien haben wir uns noch an ihr erfreuen können, da es ja viel niedriger liegt.

Nun haben wir im Vorfeld der Reise so viel recherchiert, geplant und angepasst, aber auf das Thema Standheizung hat uns niemand aufmerksam gemacht. Von dieser Problematik haben wir erst hier vor Ort von anderen Reisenden erfahren.

Zu Hause hätten wir uns noch durch den Einbau eines entsprechenden Höhen-Kits (zum Betrieb in großen Höhen)  vorbereiten können, hier in Südamerika bekommen wir die notwendigen Teile leider nicht. 

So erfreuen wir uns am Morgen der schönen Eisblumen am Fenster und sehnen uns die Sonne zum Auftauen herbei.

Fazit: Liebe Fahrzeug- (Expeditions-)Ausrüster und Reisefachleute: Gebt bitte den Hinweis an Eure Kunden weiter, dass sie sich bei der Vorbereitung auf Reisen in entfernte Regionen in großen Höhen unbedingt mit dem Thema Standheizung auseinander setzen sollten. (Über das Thema Betrieb von Fahrzeugen mit Euro5 oder gar Euro6 Motoren bei Versorgung mit schlechtem Sprit in entlegenen Regionen oder bei Betrieb in großen Höhen wird ja schon ausgiebig ‚gefachsimmpelt‘.)


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