Fonda in Santiago (19.9.2017)


Am 18.9. jeden Jahres wird in Chile der Tag der Unabhängigkeit gefeiert, im ganzen Land.

In Valparaiso wurde uns gesagt, es  würde überall ein paar Tage oder auch die ganze Woche gefeiert, man würde das schon sehen. Auf die Frage hin, wo denn konkret Feiern (Fonda) stattfinden würden und wie genau diese Feiern aussehen, wurde es sehr vage.

Da wir zum Zeitpunkt der Feiern in Santiago sein wollten, forschten wir dort weiter. Auch hier blieben die Antworten erst vage: es wird überall gefeiert, in den Stadtvierteln. Zum Glück wurde es dann doch noch konkreter.

Also große Feiern gäbe es am Wochenende und dann drauf folgenden beiden Feiertagen (16. bis 19.9.207) entweder im O’Higgins Park, am National Stadium und im Padre Hurtado Park. Zu den ersten beiden Plätzen hieß es gleich, da solle man auf keinen Fall hingehen. Es wäre dort gefährlich, Leute wären oft sehr betrunken und teilweise sogar aggressiv.

Nachdem wir nun an drei aufeinander folgenden Tagen alle drei Feiern besucht haben können wir nur sagen: Zu normalen Uhrzeiten am Tag oder frühen Abend ist es dort sehr friedlich, einfach Volksfest Stimmung.

Auf allen drei Feiern, die parallel in Santiago stattfinden, geht es um das Gleiche. Essen,

Trinken,

Spaß haben

und noch etwas Rahmenprogramm. Es sind sehr viele Familien mit Kindern unterwegs und die Chilenen verhalten sich sehr diszipliniert.

Wenn die Besucher etwas haben wollen, dann stellen sie sich ganz gesittet in einer langen Schlange an und warten geduldig. Für das Objekt der Begierde, dass können Getränke oder auch Essen sein, stehen sie meistens sogar zweimal an. Die erste Schlange ist an der Kasse. Dort wird bezahlt, was man gerne verzehren möchte. Dann stellt man sich an die nächste Schlange, um die Getränke oder das Essen zu holen. Da gibt es kein Drängeln, Schubsen oder Pöbeln. Es wird geredet und gescherzt und es läuft völlig ruhig ab.

Die Feiern im O’Higgins und Padre Hurtado Park waren so gut besucht, dass man erst einmal an der Kasse Schlange stehen mußte, um das Eintrittsticket kaufen zu können, um überhaupt in den abgezäunten Park zu gelangen.

Am Sonntag Nachmittag und Abend im O’Higgins Park gab es als Besonderheit ein großes Festzelt auf der die Santiagoer Musikerin Javiera Parra mit ihrer Band auftrat und die Massen in Verzückung versetzte.

Außerdem gab es noch Trommeleinlagen, die die Besucher begeisterten:

und Zuckerwatte für die „Kleine“.

Die Veranstaltung im Padro Huartado Park, wo wir am Montag waren, war ebenfalls gut besucht:

Es gab viele Reitvorführungen

und äußerst fragwürdige Rinderjagden mit Pferden,

zum Glück nicht auch noch Stierkampf. Die Quälerei der Rinder war schon übel genug mit anzuschauen. Da liegt es mir immer nahe, die hungrigen Löwen auf die Reiter loszulassen. Das könnte ja auch ganz spaßig sein.

Auf den Wiesen des Parks ließen zudem Groß und Klein die Drachen steigen.

Auch die Polizei, die Marine und die Armee wollten sich als Sympathieträger auf ihren Messeständen darstellen und was eignet sich dafür besser als die Kinder mal auf eine Panzer zu setzen?

Die Feier am National Stadium, die ich alleine am Dienstag besucht habe (Franzi war ja skilaufen),

war in sofern etwas anders, als es dort freien Eintritt gab und der Andrang nicht so groß war. Außerdem gab es mehr Spiele für Groß und Klein mit ‚Ringe auf Flaschen‘ oder ‚Bälle in Becher‘ werfen

und einfaches Glücksspiel, einer Roulette Variante.

Dazu gab noch Fahrgeschäfte (Karussels) in sehr begrenztem Umfang, wenn man das mit den Kirmes Veranstaltungen in Deutschland vergleicht.

Für uns waren es auf jeden Fall sehr interessante Eindrücke aus dem chilenischen Feier-Alltag.

 

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