Ein langer Tag geht erfolgreich zu Ende 2


Heute war der Tag der „Wahrheit“. Werden wir den Wagen aus dem Zoll in Valparaiso bekommen?

Die Antwort lautet „ja“. Aber es war ein langer Weg. Erst mussten wir mit Unterbrechungen 4,5 Stunden im Büro des Agenten zubringen, bis alle Papiere beisammen waren.

Dann ging es zur Zollstation am Hafen. Dort war aber nun Mittagspause und wir mussten bis 15.00 Uhr warten. Die Papiere mit den richtigen Stempeln versehen in der Hand ging es dann mit dem Taxi ins Hinterland zur Spedition SITRANS – von wegen nett in den nahegelegenen Hafen von Valparaiso wandeln und den Wagen holen.

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Unser Agent hatte sich derweil verabschiedet und wir mussten nun auf eigene Faust weitermachen.

Bei SITRANS sind wir dann solange zwischen den Büros  der Spedition und des Zolls hin und her gependelt, bis alles beisammen war.

Zwischendurch durften wir dann auch mal zum Wagen. Dort hat sich der Zoll dann mit dem Inhalt unseres Fahrzeugs beschäftigt.

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Zum Glück gab es keine Auffälligkeiten und nach 5 Minuten war die Durchsicht erledigt.

Es war kurz nach 18:00 Uhr und wir waren geschafft. Noch kurz die Kontakte der Batterie festschrauben …

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…und dann durften wir auf eigenen Rädern das Speditiosgelände verlassen und raus in die chilenische Welt.

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Weiter ging es nach Valparaiso und dort gleich in eine (hoffentlich) sichere Unterkunft für die Nacht direkt gegenüber unseres Hostals.

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Die Abläufe der Aus-/Einfuhr

In Deutschland

Nach dem Start der Verschiffung (in unserem Fall aus Deutschland) bekommt man von der Spedition (in unserem Fall WLC) und über die Agentur InTime aus Hamburg ein sogenanntes Bill of Lading. Das ist das Dokument aus dem hervorgeht, in welchem Container die Ware steckt und mit welchem Schiff sie unterwegs ist und wann  das Schiff den Hafen verlassen hat. Es wird nach der Abfahrt des Schiffes ausgestellt. Dann muss auch die Frachtrechnung beglichen werden. Mit diesem Schreiben (Bill of Lading) kann man auch die deutsche Versicherung kündigen, da sie im Weiteren ja erst einmal nicht mehr benötigt wird (bis zur Rückverschiffung bzw. Erreichens des Versicherungsraumes der in der Grünen Versicherungskarte angegeben ist). Die deutsche KFZ Steuer lässt sich aber nicht umgehen, da das Fahrzeug ja weiterhin in Deutschland angemeldet ist.

Man sollte unbedingt die Fahrgestellnummer des KFZ Scheins mit den von der Spedition/Frachtunternehmen zugelieferten Dokumenten vergleichen. Bei uns gab es eine kleine Abweichung die wir durch kreatives Ausfüllen der chilenischen Papiere ausgeglichen haben.

In Chile

Wir hatten einen lokalen Agenten, der sich um die Papiere in Chile gekümmert hat. Ihm liegt das originale Bill of Lading vor. Als Abholer muss man den Reisepass und den nationalen und (nicht unbedingt nötigen ) internationalen KFZ Schein mitbringen. Man füllt dann mit dem Agenten einen Zollschein aus, den man unterschreiben muss. Außerdem braucht man von der örtlichen Spedition (bei uns SITRANS) den Bescheid, dass sie den Container bereits abgeholt und in ihr Zolllager überführt haben. In unserem Fall war das Zolllager ca. 15km landeinwärts.

Das Verfahren bei der Abgabe in Deutschland war ähnlich: Abgabe bei einer Spedition in Winsen/Luhe und die haben sich dann um die Verladung in den Container und den Transport in den Hafen gekümmert.

Der Bescheid hat ca. 4,5 Stunden auf sich warten lassen. Dann konnten wir damit zur örtlichen Zollverwaltung gehen (mit dem Agenten). Dort wurden die Papiere kontrolliert, gestempelt und unterschrieben. Hier ist auch noch mal wichtig zu erwähnen, dass es sich um eine temporäre Einfuhr handelt, nicht um den Verbleib des Fahrzeugs im Lande.
In Chile ist neben der Fahrgestellnummer auch die Motornummer sehr wichtig. Da wir sie in Deutschland nicht kennen, habe ich der Einfachheit halber angegeben, dass sie mit der Fahrgestellnummer identisch ist. Bisher bin auch damit durchgekommen.
Nun war alles soweit, dass man ins Zolllager fahren konnte.

Das haben wir dann ohne den Agenten machen müssen. Es ging bei SITRANS immer zwischen dem Speditions- und Zollbüro hin und her bis alles fertig war. Zeitraubend aber doch unkompliziert, da die Leute vor Ort sehr hilfsbereit waren.

Wenn man nach Südamerika verschiffen will, so wurde uns schon im Vorfeld erklärt, seinen die besten Länder dafür Chile und Uruguay. in beiden Ländern gibt es klare Regeln und Abläufe und wenig bis keine Willkür. Das ist wohl bei anderen südamerikanischen Ländern deutlich anders. Dort kommen plötzlich neue Phantasie Gebühren und Verfahren dazu und man kann sich dem kaum erwehren. Ich denke, dass man dann wirklich merkt, wie man den machtlos Behörden ausgeliefert ist.

Aber für die Verschiffung und Einfuhr nach Chile gibt es von uns „Daumen hoch“.


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2 Gedanken zu “Ein langer Tag geht erfolgreich zu Ende

  • Eva (Member :D)

    Wie toll, der Stress ist erfolgreich vorbei :). Klasse, dass ihr eine Seite eingrichtet habt. So viel schreiben werde ich sicher nicht, aber mit Freude verfolgen. Lasst es euch dreien sehr gut gehen und genießt das in vollen Zügen. So einen Ausflug macht man nicht so häufig.

  • Stefan

    Auch von uns viel Glück. Gut dass die modernen Kommunikationsformen kontinentalübergreifend funktionieren. Die Welt wird kleiner….und wird sind gespannt.