Grenzübertritt Paso San Francisco ARG -> CHL (7.4.2017) 1


Zwei Tage später ist es also soweit, der Grenzübertritt nach Chile steht an, da wir den Paso San Francisco (4.725m) fahren wollen. Die letzte Einreise nach Chile liegt schon über drei Monate zurück, und mittlerweile ist das Auto voller Dinge, die bei der Einreise nach Chile streng verboten sind: Holz, Steine, Samen, Blätter, Pflanzen, Federn, Sand und Erde – und genau dies alles hat Franzi in den vergangenen Monaten kartonweise gesammelt und archiviert!

Das Besondere an dieser Grenze ist aber, dass sie deutlich über 4.000m Höhe liegt, also für europäische Verhältnisse einfach gigantisch hoch.

Wir starten früh am Morgen in Fiambalá/Argentinien auf ca. 1.500m Höhe und die Strecke zieht sich über 200km bis zum Pass hin.

Die argentinische Zollabfertigung liegt ca. 20km vor der eigentlichen Grenze auf 4.725m, bis zur chilenischen Zollabfertigung sind dann noch einmal ca. 130km zu fahren. Man bewegt sich dabei über eine lange Strecke auf einer Höhe über 4.500m. Da ist die Luft schon recht dünn und das Atmen fällt schwerer.

Die Formalitäten an der argentinischen Grenzstation sind schnell erledigt.

Nach 10 Minuten sind wir fertig. Diesmal wird das Kfz-Papier einbehalten, einen Laufzettel gibt es und ein kleines, für uns neues Formular mit zwei Durchschlägen, das auch für den chilenischen Zoll gedacht ist.

Da wir nicht alle Eier und Möhren vor der chilenischen Zollabfertigung essen können (Einfuhr in Chile ebenfalls streng verboten!), entschließen wir uns, die überzähligen Dinge dem argentinischen Zöllner zu schenken. Im Gegenzug schenkt er uns dann eine riesige, köstliche Weintraubenrebe:

Da natürlich auch die Weintrauben nicht in Chile eingeführt werden dürfen, haben wir in den zwei Stunden bis zum nächsten Grenzposten mächtig was zu verspeisen, um nicht mit einem neuen Problem an der Grenze zu stehen.

Dann überqueren wir über den stürmischen Pass, dem selbst stabile Schilder nicht immer standhalten können:

An der chilenischen Grenzabfertigung wird es dann aber etwas ungemütlich.

Wir kommen auf 4.300m Höhe kurz nach 17:00 Uhr an und eigentlich hatten sich wohl alle schon auf Feierabend eingerichtet. So dauert es eine Weile, bis die Beamten wieder zum Dienst erscheinen.
Der Papierkram geht dann doch recht schnell. Mühsam wird es bei der Zollkontrolle. Aber mit viel Glück haben wir alle Samen, Pflanzen, Hölzer, Steine und Sande über die Grenze gebracht. Alles verbotene Güter. Nur unser Hunde-Trockenfutter und der Käse wurden beschlagnahmt.

Kurz bevor der Beamte an die wirklich gefährlichen Sachen kommt, hört er mit der Suche auf. Ab der nächsten Staukiste wäre es echt fatal geworden.
Das ganze Prozedere der Chilenen dauerte etwa eine Stunde. Dabei muss man sagen, dass der chilenische Zöllner sehr freundlich war und seine Arbeit ernst und gewissenhaft durchgeführt hat. Es war diesmal für uns einfach Glück im Spiel.

Um unser Glück nicht noch einmal bei einer Einreise nach Chile aufs Spiel setzen zu müssen, haben wir entschieden, die brisanten Gegenstände in Copiapó/Chile für 5 Monate zu lagern und auf der Rückreise von Peru, kurz vor der Verschiffung im September nach Europa, wieder abzuholen. Das Entrümpeln haben wir auch gleich zum Aufräumen genutzt und das Fahrzeug wieder um viele überzählige Dinge erleichtert, vermutlich mit der Gefahr, dass Andrea und Franzi den neu gewonnenen Stauraum wieder kreativ füllen werden.


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