Das Dilemma – Machu Picchu (12.8.2017)


Wenn man eine Tour in die alte Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru unternehmen möchte, dann kann man aus der Organisation des Besuchs eine richtige Wissenschaft machen. Es ist außerdem eine tolle Möglichkeit, ganz viel Geld auszugeben.

Eigentlich könnte man sich über viele Dinge bei der Organisation ärgern: Wo bekommt man schon für so viel Geld so wenig Leistung?! Aber an Ende belohnt man sich mit einem sehr eindrucksvollen Erlebnis, mit  einem „Muss“ eines Peru-Besuchs, vielleicht sogar Südamerikas.

Aber alles  beginnt mit den beiden entscheidenden Fragen: Wie viele Tage will ich für den Besuch einplanen und wie  komme ich dorthin? Die meisten Besucher starten von der Stadt Cusco aus, Luftlinie ca. 70 km entfernt, und damit beginnt schon das Dilemma: Fahre ich von dort aus mit dem Zug direkt nach Aguas Calientes oder fährt man besser mit dem Bus zuerst nach Ollantaytambo und von dort dann weiter mit dem Zug nach Aguas Calientes (manchmal auch Machu Picchu Pueblo genannt)? Alternativ geht es auch von Cusco mit dem Bus nach Santa Theresa, dann mit dem Taxi nach Hidro Electrica und von dort wahlweise mit dem Zug oder mit einer zwei- bis dreistündigen Wanderung nach Aguas Calientes, denn dorthin gelangt man entweder nur zu Fuß oder nur mit dem (sehr teuren) Zug. Der Ort selbst  hat keine Straßenanbindung, alles wird mit dem Zug angeliefert. So wurden auch die Busse dorthin gebracht, die auf der einzigen Straße zwischen Aguas Calientes  und dem Eingang von  Machu Picchu pendeln. In Aguas Calientes kann man dann – auch für viel Geld – durchschnittliche Unterkünfte und überteuertes Essen bekommen.

In Aguas Calientes angekommen, stellt sich zudem die Frage, ob man besser für viel Geld 20 Minuten mit dem Bus zum Machu Picchu hochfährt oder zwischen einer und zwei Stunden die 400 Höhenmeter stramm über Treppen hochwandert.

Auf jeden Fall ist es gut, früh zu starten, wenn man das Morgen-Ticket erworben hat. Einlass in die Ruinenstadt ist ab 6:00 Uhr. Also wandert man so gegen 4:30 Uhr hoch oder stellt sich im Ort an der Bushaltestelle ab 5:00 Uhr oder besser noch viel früher für den Bus an.

Bei Zug, Unterkunft und Eintritt zum Gelände stellt sich aber vorab noch die Frage, ob der Wunschtermin wirklich verfügbar ist und zwar koordiniert für alle Bestandteile der Reise. Klappt eins davon nicht, kann man den Rest auch vergessen.

Man kann natürlich, um die Variationsmöglichkeiten voll auszuschöpfen, Hin- und Rückweg zur Inka-Stadt ebenfalls  unterschiedlich gestalten: Man fährt hinauf und läuft hinunter oder eben umgekehrt.

Verfügt man aber über ein eigenes Transportmittel, kann man dieses wahlweise in Ollantaytambo, Santa Theresa oder Hidro Elecetrica parken und von dort den Weg fortsetzen (s.o.).

Alles klar? Klingt schlimm? Ist es auch. Man wird vermutlich kaum zwei Menschen treffen (außer in ein und derselben Reisegruppe), die den Machu Picchu auf die gleiche Art und Weise besucht haben.

Was man dann aber, vorausgesetzt des Wetter spielt mit, zu sehen bekommt ist absolut phantastisch!

Beim Wetter kann man übrigens“‚wählen“ zwischen mächtig sonnig oder mächtig regnerisch.

Wir haben uns für sonnig und die Besuchsvariante „drei Tage/zwei Nächte“ entschieden, haben den frühen Zug von Cusco nach Aguas Calientes genommen,

haben dort übernachtet, um am nächsten Tag mit dem Bus zum Machu Picchu hinaufzufahren. Kurz nach 4 Uhr ging der Wecker  und kurz vor 5 Uhr standen wir schon in der bereits mehr als 250 Meter langen Warteschlange.

Um 7:00 Uhr kamen wir dann „ausgeruht“ oben auf dem Berg an

und konnten den ganzen Tag dort bis zum Ende der Öffnungszeit um 17 Uhr verbringen.

Es war wirklich phantastisch,

wenn auch nicht ganz einsam.

Dann gab es wieder eine Warteschlange für den Weg hinab ins Tal:

Nach einer weiteren Nacht in Aguas Calientes ging es dann wieder mit dem Zug zurück nach Cusco.

Was man noch zum Besuch von Machu Picchu  sagen muss: Alles ist bestens organisiert. Die Züge sind pünktlich und sehr sauber, die Busse stehen in großer Anzahl bereit, das Zug- bzw. Buspersonal ist aufmerksam und gewissenhaft. Oben in Machu Picchu angekommen fällt auf: Weit und breit gibt es keinerlei Souvenirstände, keine Fressbuden, und weder Toilettenhäuschen noch Mülleimer stören den Blick auf diese einmalig angelegte Inka-Stadt.

Fazit: Der Besuch ist mit viel Aufwand (Zeit und Geld) verbunden und man kann sich die Frage stellen, ob sich das alles lohnt. Aber allen Zweifeln zum Trotz: Es ist eine ganz besondere Besichtigung! Am Ende wird man die Mühen vergessen und es wird der Eindruck von einer einzigartigen Ruinenstadt bleiben. Auch wenn es zahlreiche andere Inka-Ruinen gibt, so sticht Machu Picchu durch seine einmalige Lage, den besonderen Restaurationszustand und die Abgeschiedenheit (nicht zu verwechseln mit Einsamkeit) in einer faszinierenden Landschaft heraus.

PS: Wahlweise kann man übrigens Machu Picchu auch mit einer mehrtägigen Wanderung erreichen. Hierbei wird aber empfohlen, in der Hauptsaison die reservierungspflichtige Tour etwa sechs Monate im voraus zu buchen. Alles klar!!!

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